Was tun bei einem Bitcoin-Erbe?
Wer Bitcoin erbt, steht vor einigen Herausforderungen – und das nicht nur, weil Bitcoin kein Sparbuch ist, das einfach so weitergegeben wird. Beim Bitcoin-Erbe gibt es **rechtliche, steuerliche und praktische Dinge**, die Erben und Erblasser im Blick haben müssen, damit das Ganze klappt und man keine böse Überraschung erlebt. Keine Sorge, ich nehme dich an die Hand und erkläre dir den Sachverhalt so, dass auch Krypto-Anfänger*Innen gut folgen können.
Was muss man eigentlich beachten, wenn man Bitcoin erbt?
Ganz kurz gesagt: **Bitcoin gehört zum Nachlass** – also zu allem, was du erbst, wenn jemand stirbt[2][4][5]. Das bedeutet, genau wie beim Auto oder dem Konto müssen Bitcoins im Testament und bei der Steuer berücksichtigt werden. Klar: Anders als Geldscheine sind Bitcoins auf der Blockchain gespeichert, aber Juristisch sind sie wie ein ganz normales Vermögen zu behandeln.
Wichtig: Das Finanzamt will Bescheid wissen, wenn du Bitcoin geerbt hast. Du musst den geerbten Betrag vollständig und ehrlich angeben, am besten mit Belegen oder Aufstellungen der Wallets und Coins[2][4].
Wie wird das Bitcoin-Erbe bewertet und versteuert?
Der Wert der geerbten Bitcoins wird am Todestag des Erblassers angesetzt. Das heißt, du schaust dir an, wie viel die Bitcoin an diesem Tag wert waren – meistens nimmt man dafür einen Durchschnittspreis von mehreren Handelsplattformen[4]. So ein bisschen wie wenn du den Wert deines Autos am Tag des Todes schätzt.
Die Steuern richten sich dann nach:
- dem Wert des Erbes
- dem Verwandtschaftsgrad (also wie nahe du mit dem Erblasser verwandt bist)
- den geltenden Freibeträgen: Für Kinder sind es aktuell 400.000 Euro, Enkel bekommen 200.000 Euro steuerfrei usw.[2][4][9]
Manchmal gibt’s Zitterpartien wegen der Bitcoin-Kurse. Wenn der Kurs nach dem Tod stark fällt, wird’s knifflig bei der Bewertung – aber grundsätzlich gilt eben der Kurs am Stichtag, also am Todestag[4][7].
Technischer Zugang – der entscheidende Punkt beim Bitcoin-Erbe
Egal wie viel Bitcoin man erbt, wichtig ist: **Der Bitcoin selbst liegt ja immer auf der Blockchain, nicht auf einem USB-Stick oder Computer**. Vererbt wird aber der Zugang zu diesem Vermögen, also vor allem der Private Key oder andere Zugangsdaten zur Wallet[5][3][7].
Das bedeutet: Hat der Erblasser sich nicht gut um die Dokumentation und Weitergabe dieser Zugangsdaten gekümmert, ist das Bitcoin-Vermögen meistens entgültig verloren. Wie Bargeld, das man verliert oder vergisst. Deshalb gilt:
- Der Erblasser muss klar und verständlich aufschreiben, wo die Bitcoins gespeichert sind und wie man sie erreicht – am besten mit einer Liste aller Wallets und wie man sie öffnet[3][11][5].
- Bei Online-Wallets können Erben manchmal mit dem Anbieter sprechen müssen und prüfen, ob ihre Verträge Einschränkungen haben[7].
Praktische Tipps für Erblasser
Wenn du selbst Bitcoin besitzt und dir überlegst, was passiert, wenn du mal nicht mehr da bist, hilft frühzeitige Planung:
- Private Keys und Wallet-Zugänge früh und sicher dokumentieren, am besten mit professioneller Hilfe durch einen Notar oder eine vertrauenswürdige Person[5][11].
- Überlege, wer die Erben sind – und ob sie technikaffin genug sind, um mit den Wallets klarzukommen. Notfalls kannst du auch eine tech-affine Vertrauensperson bevollmächtigen[11].
- Die Daten zu Transaktionen und Kursen am Todeszeitpunkt dokumentieren, etwa durch Screenshots oder Protokolle – das erleichtert später die Steuererklärung[5][4].
- Steuerexperten zu Rate ziehen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden[5][9].
Herausforderungen für Erben
Wer Bitcoin erbt, hat es nicht nur mit Erbschaftsteuer und Behörden zu tun, sondern auch mit so mancher technischer Hürde:
- Technisches Know-how ist notwendig. Man muss verstehen, wie Wallets funktionieren und wie man mit Private Keys sicher umgeht[4][3].
- Für die Erbschaftsteuer ist oft Liquidität in Euro nötig. Das bedeutet, manchmal muss man einen Teil der Bitcoin verkaufen, um die Steuer bezahlen zu können[4].
- Kryptowährungen sind alles andere als ein Tresor mit 100%-Sicherheit. Bei unsachgemäßer Handhabung drohen Diebstahl oder Verlust – gerade beim Umgang mit Wallet-Zugangsdaten[4][3].
Fazit – Bitcoin vererben will gut geplant sein
Bitcoin und Co. zu vererben ist in vielerlei Hinsicht anders als klassische Vermögenswerte. Es braucht sorgfältige Dokumentation, Planung und steuerliches Wissen, damit der Erbe wirklich etwas von dem umfangreichen digitalen Vermögen hat und nicht im Nachhinein vor dem Finanzamt oder technischen Problemen steht. Lemma: Frühzeitig zum Steuer- und Rechtsexperten gehen, Wallet-Zugangssachen verständlich regeln und alle wichtigen Infos sorgfältig sichern – dann ist das Bitcoin-Erbe kein Kopfzerbrechen mehr.
Quellen:
- rechtinfo.de: Erbschaftsteuer auf Bitcoin und Aktien
- kanzleimauss.de: Steuern auf Kryptowährungen 2025
- dasinvestment.com: Bitcoins vererben – wie man Vermögen für immer verliert
- gtkp.de: Digitales Erbe – wie Sie Kryptowährungen richtig vererben
- adforma.de: Kryptowerte vererben
- erbmanufaktur.de: Kryptowährung erben
- acconsis.de: Neues BMF-Schreiben zu Krypto im Ertragssteuerrecht 2025
- cointracking.info: Crypto Tax Germany: Guide for Bitcoin & Co [2025]
- biallo.de: Krypto-Steuern 2025
- finanztip.de: Steuern auf Bitcoin & Co.
- winheller.com: Kryptowerte schenken und vererben
- ownly.de: Kryptowährungen: Steuerregeln bei Erbschaft & Schenkung