Wer bestimmt eigentlich den Bitcoin-Preis?

Der Bitcoin-Preis – das klingt für viele erstmal wie ein kleines Geheimnis, das nur ein paar Auserwählte verstehen oder sogar kontrollieren können. Aber Fakt ist: Der Preis von Bitcoin wird nicht von einer einzelnen Person oder Institution bestimmt. Stattdessen entsteht dieser Wert durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage – und das auf unzähligen Märkten, die rund um den Globus verteilt sind[2][3][4]. Damit ist Bitcoin ein Paradebeispiel für dezentrale Preisbildung. Doch was bedeutet das eigentlich genau und welche Faktoren beeinflussen den Kurs?

Dezentrale Preisbildung: Kein Chef im Ring

Im Gegensatz zu Aktien, die meist an einer zentralen Börse gehandelt werden, oder staatlichen Währungen, deren Preise und Wert oft von Zentralbanken gesteuert werden, gibt es bei Bitcoin keine zentrale Instanz, die den Preis festlegt. Der Kurs ergibt sich direkt aus den letzten abgeschlossenen Käufen und Verkäufen auf den verschiedenen Krypto-Börsen weltweit[2][4]. Das heißt: Der Preis spiegelt die Summe aller Handelsaktivitäten wider – von Privatanlegern, institutionellen Investoren, Minern und Spekulanten. Wenn du also heute einen Bitcoin kaufen möchtest, schaust du im Prinzip auf das Angebot und die Nachfrage, die sich rund um die Uhr weltumspannend abspielt.

Angebot und Nachfrage – Wie der Preis wirklich zustande kommt

Bitcoin funktioniert ganz ähnlich wie ein Marktplatz für eine rare Ware. Die Menge an Bitcoins ist auf maximal 21 Millionen Stück limitiert, und diese Zahl ändert sich nicht[3][4][1]. Das bedeutet, das Angebot ist komplett „unelastisch“. Anders gesagt: Egal wie hoch die Nachfrage steigt, neue Bitcoins können nicht beliebig nachproduziert werden, wie etwa bei klassischen Fiat-Währungen.

Dieses limitierte Angebot sorgt dafür, dass sich bei steigender Nachfrage automatisch der Preis erhöht – ganz wie bei einem seltenen Sammlerstück oder Gold. Wenn hingegen viele Leute verkaufen wollen, aber wenige kaufen, sinkt der Preis. Man kann sich das vorstellen wie bei einem Flohmarkt, wo das seltenste Stück die meisten Interessenten anzieht und dementsprechend teurer verkauft wird.

Mining und Halving: Warum neue Bitcoins immer seltener werden

Neue Bitcoins werden durch Mining geschaffen – ein Prozess, bei dem Computer komplexe Rechenaufgaben lösen, um Transaktionen zu bestätigen und das Netzwerk zu sichern.

Doch hier wird’s spannend: Die Menge an neuen Bitcoins, die beim Mining entstehen, halbiert sich etwa alle vier Jahre in einem Ereignis, das man Halving nennt[3][4][8][1]. Praktisch heißt das: Die Belohnung für Miner wird periodisch reduziert, wodurch die Geschwindigkeit, mit der neue Bitcoins in Umlauf kommen, verlangsamt wird. Das letzte Halving im April 2024 hat zum Beispiel die tägliche Ausgabe von rund 900 auf etwa 450 Bitcoins halbiert.

Dank dieses Mechanismus wird Bitcoin im Laufe der Zeit immer knapper – ein Grund, warum viele Anleger Bitcoin als deflationäre Anlage sehen. Weniger Nachschub trifft dabei auf möglicherweise steigende Nachfrage, was den Preis deutlich beeinflussen kann.

Externe Faktoren, die den Bitcoin-Preis aufwirbeln können

Auch wenn Angebot und Nachfrage die Hauptrolle spielen – der Bitcoin-Preis kann durch andere externe Einflüsse oft schnelle und deutliche Schwankungen erfahren:

  • Regulierung: Gesetzesänderungen oder politische Statements aus wichtigen Ländern können Vertrauen schaffen oder verunsichern und so die Kauflaune beeinflussen[5].
  • Medien & Social-Media-Hypes: Tweets von Promis wie Elon Musk oder plötzliche Berichte über Bitcoin können zu einem plötzlichen Anstieg oder Absturz führen[5][7].
  • Investorenstimmung & Vertrauen: Sind Anleger optimistisch, steigt die Nachfrage. Misstrauen oder negative Nachrichten können zu Panikverkäufen führen[5][7].
  • Makroökonomische Ereignisse: Inflationsängste, geopolitische Spannungen oder Währungskrisen treiben manchmal viele Menschen in Bitcoin als vermeintliche Absicherung[4][5].

Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie das Wetter: Manchmal sind die Bedingungen ruhig und stabil, manchmal zieht ein Sturm auf – so wie plötzliche Nachrichten oder Marktreaktionen kurzfristig die Kurse bewegen[5].

Kryptobörsen & Liquidität: Warum Preise leicht schwanken können

Ein weiterer Faktor, warum der Bitcoin-Preis nicht überall gleich ist, sind die verschiedenen Krypto-Börsen. Jede Handelsplattform hat ein eigenes Orderbuch mit Kauf- und Verkaufsangeboten. Je nachdem, wie viele Käufer und Verkäufer gerade aktiv sind und wie liquide die Plattform ist, kann der Preis um wenige Dollar variieren[4].

Stell dir das vor wie verschiedene Supermärkte, die zwar dasselbe Produkt verkaufen, aber aufgrund von Angebot, Nachfrage und Anzahl der Käufer leicht unterschiedliche Preise ausrufen. Auf besonders großen Börsen mit viel Volumen – wie Binance, Coinbase oder Kraken – sind die Preise meist stabiler als auf eher kleinen oder unbekannten Plattformen[4].

Technologie und internes Vertrauen beeinflussen auch den Preis

Natürlich spielt auch die Technologie hinter Bitcoin eine Rolle. Ein sicheres Netzwerk, das seine Funktionalität zuverlässig beibehält, stärkt das Vertrauen. Kommen Innovationen dazu, die Bitcoin attraktiver machen, kann das ebenfalls den Preis stützen[4][8].

Wenn jedoch technische Probleme, Sicherheitslücken oder Zweifel an der Blockchain entstehen, kann das schnell Vertrauen kosten und den Preis drücken. Es ist also ein bisschen wie bei einem Auto: Die Qualität und Zuverlässigkeit machen es auf dem Markt begehrter oder weniger.

Volatilität – das Auf und Ab von Bitcoin

Bitcoin ist bekannt dafür, stark zu schwanken – man spricht von hoher Volatilität. Das bedeutet, der Preis kann innerhalb kurzer Zeit sehr stark steigen oder fallen[6][8].

Das macht Bitcoin zwar für langfristige Investoren manchmal nervenaufreibend, bietet aber auch viele Möglichkeiten für Trader und Spekulanten, die von den Schwankungen profitieren wollen. Diese Volatilität entsteht durch die Kombination aus begrenztem Angebot, schnellem Informationsfluss und der emotionalen Reaktion vieler Marktteilnehmer, die schnell kaufen oder verkaufen können.

Zusammenfassung: Bitcoin-Preis entsteht dezentral und ist vielschichtig

Am Ende ist klar: Der Bitcoin-Preis ist kein Zufall und wird auch nicht von einer einzigen Person oder Institution wie einer Zentralbank gesteuert. Er ergibt sich vielmehr durch ein komplexes Zusammenspiel folgender Faktoren:

  • Dezentrale Preisbildung: Auf vielen Börsen rund um die Welt entstehen aus Kauf- und Verkaufsgeboten Preise.
  • Angebot & Nachfrage: Die feste Begrenzung auf 21 Millionen Bitcoins macht das Angebot knapp und unveränderlich.
  • Mining & Halving: Neue Bitcoins werden stetig langsamer freigesetzt, was das Angebot langfristig weiter verringert.
  • Externe Faktoren: Regulierung, Medien, Politik und Wirtschaft beeinflussen Vertrauen und Anlegerverhalten stark.
  • Börsen & Liquidität: Unterschiedliche Handelsplattformen führen zu leicht variierenden Preisen.
  • Technologische Faktoren: Innovationskraft und Sicherheit des Netzwerks schaffen Vertrauen.
  • Volatilität: Starke Kursausschläge prägen den Bitcoin-Markt und bieten zugleich Risiken und Chancen.

Wer also Bitcoin verstehen will, muss nicht nur das Minen-Protokoll oder die Blockchain kennen, sondern vor allem das Zusammenspiel von vielen Bewegungen weltweit begreifen. Der Preis ist wie ein Puls des gesamten Marktes – offen, transparent, aber auch hochdynamisch.

Für alle, die gerade erst am Anfang stehen: Keine Sorge, je mehr ihr über die Mechanismen hinter Bitcoin wisst, desto besser könnt ihr auch seine Kursschwankungen einordnen und euch fundierte Meinungen bilden.

Viel Erfolg auf eurer Reise in die Welt von Bitcoin!


Quellen:

[1] moneyland.ch

[2] youhodler.com

[3] bitstaete.nl

[4] morpher.com

[5] mmwarburg.de (Warburg Navigator)

[6] sparkasse.de

[7] brn-ag.de

[8] grin.com